Eine digitale Belegablage wird erst dann nützlich, wenn ein Dokument vollständig geprüft und wieder auffindbar ist. Der Eingang einer Datei, die Erfassung von Rechnungsdaten und die Zahlung sind verschiedene Schritte. Wenn diese Schritte sichtbar getrennt bleiben, erkennen Sie fehlende Angaben und doppelte Erfassungen frühzeitig.
Wo beginnt ein geordneter Belegprozess?
Legen Sie fest, wie Rechnungen den Betrieb erreichen. Ein gemeinsames Rechnungspostfach, eine klar benannte Zuständigkeit und eine regelmäßige Prüfung sind oft wirksamer als viele zusätzliche Kategorien. Papierbelege sollten zeitnah erfasst werden, damit sie nicht im Fahrzeug verschwinden.
Halten Sie das Original mit dem erfassten Vorgang zusammen. Eine Lieferantenrechnung kann mehrere Seiten enthalten; die erste Seite allein reicht möglicherweise nicht für Mengen, Steueraufteilung oder Zahlungsbedingungen. Bei strukturierten E-Rechnungen gehört auch die ursprüngliche Datendatei zum Vorgang.
Welche Angaben müssen miteinander übereinstimmen?
Prüfen Sie Lieferant, Rechnungsnummer, Datum, Beträge und Steuerangaben gegen das Original. Anschließend ordnen Sie den betrieblichen Zweck und gegebenenfalls ein Projekt zu.
| Prüfung | Beispielhafte Frage |
|---|---|
| Identität | Stammt der Beleg vom erwarteten Lieferanten? |
| Leistung | Wurde das Material tatsächlich geliefert? |
| Betrag | Stimmen Menge, Preis und Gesamtsumme? |
| Zuordnung | Gehört der Einkauf zu einer Baustelle oder zum allgemeinen Betrieb? |
| Zahlung | Ist die Rechnung offen, teilweise bezahlt oder bezahlt? |
Diese Prüfung sollte nicht durch ein einziges Häkchen ersetzt werden, wenn wesentliche Informationen noch fehlen.
Wie behandeln Sie einen projektbezogenen Einkauf?
Im Musterprojekt „Wohnung Lindenstraße“ werden Materialien für 350 € netto geliefert. Der Lieferschein bestätigt die Menge, die Rechnung nennt den Preis. Ordnen Sie den Beleg dem Projekt zu und kontrollieren Sie, ob dieselben Kosten bereits an anderer Stelle als tatsächlicher Aufwand berücksichtigt wurden.
Materialeinkauf, Lagerbewegung und Projektverbrauch sind unterschiedliche Ereignisse. Ein Großeinkauf für das Lager gehört nicht vollständig zu dem ersten Projekt, auf dem ein Teil davon verwendet wird. Definieren Sie deshalb, welche Datengrundlage Ihre Projektkosten bildet, damit kein Betrag doppelt eingeht.
Wie erkennen Sie Dubletten?
Vergleichen Sie Lieferant, Rechnungsnummer und Betrag. Eine Rechnung kann einmal direkt vom Lieferanten und später nochmals über einen Mitarbeiter ankommen. Unterschiedliche Dateinamen machen daraus keine zwei Geschäftsvorfälle.
Ein ähnlicher Betrag ist dagegen noch kein sicherer Dublettennachweis. Zwei getrennte Lieferungen können denselben Wert haben. Öffnen Sie die Originale und vergleichen Sie den konkreten Belegbezug, bevor Sie einen Vorgang verwerfen.
Wie läuft die Prüfung in CraftOS?
In der Web-App öffnen finanzberechtigte Personen „Eingangsrechnungen“. Über „Neue Eingangsrechnung“ erfassen Sie einen Beleg oder nutzen die angebotene Erkennung. Anschließend prüfen und ergänzen Sie die Daten. Der Bereich „Zu prüfen“ hilft, noch nicht abgeschlossene Prüfungen zu erkennen.
Die Hilfe zum Belegscan erklärt die Erfassung; die Hilfe zur Kontierung und Projektzuordnung führt durch die nachfolgende Prüfung. Eine KI-Erkennung liefert Vorschläge und ersetzt keine bewusste Freigabe.
Welche Routine hält den Bestand vollständig?
Prüfen Sie regelmäßig unbeantwortete Rückfragen und Belege ohne eindeutige Zuordnung. Vor dem Monatsabschluss vergleichen Sie den erfassten Bestand mit den bekannten Eingängen und Zahlungen. Eine reine Anzahl von Dateien sagt noch nichts über Vollständigkeit aus.
Trennen Sie Erfassung, Prüfung, Zahlung und Export in Ihrer Organisation. Das kann dieselbe Person erledigen, sollte aber trotzdem nachvollziehbar bleiben. Die Eingangsrechnungsverwaltung schafft den Vorgang; die Buchhaltung unterstützt die geordnete Weiterverarbeitung und den DATEV-Export.
Welche Rolle spielen Prüfung und Festschreibung?
Im aktuellen CraftOS-Ablauf kann eine bestätigte Belegprüfung die relevanten Rechnungsdaten festschreiben. Das Original bleibt als Nachweis verbunden; Änderungen und Prüfereignisse werden nachvollziehbar protokolliert. Eine spätere Zahlung ist davon zu unterscheiden.
Prüfen Sie deshalb Betrag, Zuweisung und Kontierung, bevor Sie die Prüfung endgültig bestätigen. Wenn eine Angabe noch mit dem Lieferanten zu klären ist, sollte der Vorgang erkennbar offen bleiben. Die Erklärung unter GoBD in CraftOS zeigt, wie diese Schutzmechanismen die Belegorganisation unterstützen und welche betrieblichen Zuständigkeiten zusätzlich festgelegt werden müssen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesfinanzministerium: GoBD im Amtlichen AO-Handbuch 2025 · geprüft am 09.09.2026
- Bundesfinanzministerium: zweite GoBD-Änderung vom 14. Juli 2025 · geprüft am 09.09.2026