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Stundenverrechnungssatz berechnen: von Jahreskosten zum tragfähigen Preis

Berechnen Sie internen Kostensatz und Verkaufssatz anhand realistischer Jahreskosten, verrechenbarer Stunden und einer klar definierten Zielmarge.

CraftOS Redaktion · Veröffentlicht: 9.9.2026 · Aktualisiert: 9.9.2026 · 4 Min. Lesezeit

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Der Stundenverrechnungssatz muss mehr tragen als den unmittelbar ausgezahlten Lohn. Er soll die Kosten Ihres Betriebs auf die Stunden verteilen, die Sie tatsächlich abrechnen können. Erst danach kommt der geplante Gewinn hinzu. Wer bezahlte Arbeitszeit mit verrechenbarer Zeit gleichsetzt, kalkuliert häufig mit einem zu niedrigen Satz.

Welche Kosten gehören in die Rechnung?

Für eine vereinfachte betriebliche Gesamtrechnung erfassen Sie jährliche Personalkosten, eine noch nicht enthaltene Unternehmervergütung und weitere Betriebskosten. Entscheidend ist, dass Sie jeden Kostenbestandteil genau einmal berücksichtigen.

Zu den betrieblichen Kosten können beispielsweise Miete, Versicherungen, Verwaltung und Fahrzeugkosten gehören. Wenn Fahrzeugkosten bereits als gesonderte Auftragskosten verrechnet werden, müssen Sie die Abgrenzung beachten. Die Verteilung darf weder denselben Aufwand doppelt ansetzen noch einen wesentlichen Kostenblock auslassen.

Die Handwerkskammer Cottbus stellt ebenfalls den Zusammenhang von betrieblichen Kosten, produktiver Zeit und Kalkulation dar. Unser Rechner verwendet dafür eine bewusst einfache Gesamtkostenmethode; differenzierte Lohngruppen oder Maschinenkalkulationen können ergänzend erforderlich sein.

Was sind verrechenbare Jahresstunden?

Das sind die Stunden, die Sie Kundenaufträgen als abrechenbare Leistung zurechnen können. Urlaub, Feiertage, Krankheit, Schulungen, interne Organisation und nicht verrechnete Wege verringern die verfügbare Menge.

Schätzen Sie diese Stunden aus Ihren tatsächlichen Zeitdaten. Eine perfekte Auslastung über das ganze Jahr ist kein verlässlicher Ausgangspunkt. Beginnen Sie mit einem realistischen Normalfall und rechnen Sie anschließend eine vorsichtigere Variante.

Wie sieht das vollständige Beispiel aus?

Der fiktive Musterbetrieb plant 144.000 € Jahreskosten und 2.400 verrechenbare Stunden.

Rechenschritt Ergebnis
Jahreskosten 144.000 €
Verrechenbare Stunden 2.400
Interner Kostensatz: Kosten ÷ Stunden 60,00 €/Stunde
Zielmarge 20 %
Nettoverkaufssatz: 60 € ÷ 0,8 75,00 €/Stunde

Der Unterschied von 15 € je verkaufter Stunde ist im Beispiel der geplante Gewinnanteil nach den erfassten Kosten. Umsatzsteuer wird gegebenenfalls zusätzlich ausgewiesen und gehört nicht zum betrieblichen Gewinn.

Mit dem kostenlosen Stundensatzrechner können Sie die Beispielwerte durch Ihre eigenen Zahlen ersetzen. Der Rechenweg bleibt sichtbar; die Eingaben werden nicht gespeichert.

Wie empfindlich reagiert der Satz auf weniger Auslastung?

Sinken die verrechenbaren Stunden bei gleichen Kosten auf 2.000, beträgt der interne Kostensatz 72 €. Bei derselben Zielmarge wären 90 € netto je Stunde erforderlich. Ein scheinbar kleiner Auslastungsrückgang verändert die Preisgrundlage also deutlich.

Das bedeutet nicht, dass Sie Ihren Verkaufspreis täglich wechseln sollten. Es zeigt vielmehr, welche Auslastung Ihre Planung voraussetzt. Wenn dieser Wert über längere Zeit nicht erreichbar ist, müssen Preis, Kosten oder Organisation überprüft werden.

Welchen Satz übernehmen Sie in eine Angebotskalkulation?

Übernehmen Sie den internen Kostensatz, wenn die Angebotskalkulation anschließend eine Marge auf den gesamten Auftrag berechnet. Im Beispiel sind das 60 € und nicht 75 €. Andernfalls wird der Gewinnanteil der Arbeitsstunde als Kosten behandelt und danach erneut mit Gewinn versehen.

Der Rechner kann diesen internen Wert an die Angebotskalkulation übergeben. Prüfen Sie dort zusätzlich Material und auftragsbezogene Kosten. Der Stundenpreis allein bildet einen materialintensiven Auftrag nicht vollständig ab.

Wie halten Sie die Kalkulation aktuell?

Vergleichen Sie die Annahmen regelmäßig mit Ihren tatsächlichen Zahlen. Veränderte Personalkosten, neue Fahrzeuge oder längere unproduktive Zeiten können den Kostensatz verschieben. Ein sinnvoller Anlass ist die Jahresplanung; größere betriebliche Änderungen rechtfertigen eine frühere Neubewertung.

Nutzen Sie die Zeiterfassung, um die Stundenbasis besser zu verstehen, und die Nachkalkulation, um Abweichungen pro Auftrag zu erkennen. Dokumentieren Sie dabei den Stand Ihrer Kostensätze, damit ein alter Auftrag nicht versehentlich mit neuen Annahmen beurteilt wird.

Welche Zahlen können Sie für den nächsten Planungsstand sammeln?

Halten Sie die tatsächlichen Jahreskosten nach den verwendeten Kostenblöcken bereit und vergleichen Sie sie mit der bisherigen Planung. Ergänzen Sie die erfassten verrechenbaren Stunden sowie die wichtigsten Gründe für nicht verrechenbare Zeit.

Trennen Sie dabei einmalige Sonderereignisse von regelmäßig wiederkehrendem Aufwand. Ein ungewöhnlicher Fahrzeugschaden muss anders beurteilt werden als dauerhaft unterschätzte Verwaltungszeit. Rechnen Sie danach Normalfall und vorsichtigen Fall neu durch. Beide Ergebnisse helfen, Preisgespräche und Auslastungsziele mit konkreten Annahmen zu führen. Der Rechner zeigt den Zusammenhang; die Qualität Ihrer Ausgangsdaten entscheidet über seinen praktischen Nutzen.

Quellen und weiterführende Informationen