Angebote & Kalkulation
Stundenverrechnungssatz berechnen: von Jahreskosten zum tragfähigen Preis
Teilen Sie Ihre Jahreskosten durch die verrechenbaren Jahresstunden; das ergibt den internen Kostensatz. Den Nettoverkaufssatz erhalten Sie, wenn Sie diesen Kostensatz durch eins minus Zielmarge teilen, bei 60 € und 20 % Marge also 75 € je Stunde.
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Inhalt dieses Artikels
Welche Kosten gehören in die Rechnung?
In die Rechnung gehören die jährlichen Personalkosten, eine noch nicht enthaltene Unternehmervergütung und alle weiteren Betriebskosten. Entscheidend ist, dass Sie jeden Kostenbestandteil genau einmal berücksichtigen.
Zu den Betriebskosten zählen zum Beispiel Miete, Versicherungen, Verwaltung und Fahrzeuge. Rechnen Sie Fahrzeugkosten schon gesondert je Auftrag ab, grenzen Sie sie hier ab, damit derselbe Aufwand nicht doppelt erscheint und kein großer Kostenblock fehlt.
Die Handwerkskammer Cottbus zeigt den Zusammenhang von Kosten, verrechenbaren Stunden und Stundensatz an einem Einzelunternehmen und einer GmbH. Unser Rechner nutzt bewusst die einfache Gesamtkostenmethode; Lohngruppen und Maschinenkosten kalkulieren Sie bei Bedarf zusätzlich.
Was sind verrechenbare Jahresstunden?
Verrechenbare Jahresstunden sind die Stunden, die Sie Kundenaufträgen als abrechenbare Leistung zurechnen können. Urlaub, Feiertage, Krankheit, Schulungen, interne Organisation und nicht berechnete Wege verringern diese Menge.
Schätzen Sie die Stunden aus Ihren tatsächlichen Zeitdaten. Beginnen Sie mit einem realistischen Normalfall statt mit voller Auslastung und rechnen Sie anschließend eine vorsichtigere Variante.
Wie sieht das vollständige Beispiel aus?
Der fiktive Musterbetrieb plant 144.000 € Jahreskosten und 2.400 verrechenbare Stunden. Daraus ergeben sich 60 € interner Kostensatz und bei 20 % Zielmarge 75 € Nettoverkaufssatz je Stunde.
| Rechenschritt | Ergebnis |
|---|---|
| Jahreskosten | 144.000 € |
| Verrechenbare Stunden | 2.400 |
| Interner Kostensatz: Kosten ÷ Stunden | 60,00 €/Stunde |
| Zielmarge | 20 % |
| Nettoverkaufssatz: 60 € ÷ 0,8 | 75,00 €/Stunde |
Die 15 € Unterschied je verkaufter Stunde sind im Beispiel der geplante Gewinnanteil nach den erfassten Kosten. Die Umsatzsteuer kommt gegebenenfalls hinzu und gehört nicht zum Gewinn.
- Summieren Sie die geplanten Jahreskosten.
- Ermitteln Sie die verrechenbaren Jahresstunden aus Ihren Zeitdaten.
- Teilen Sie die Kosten durch die Stunden.
- Teilen Sie den Kostensatz durch eins minus Zielmarge.
Mit dem kostenlosen Stundensatzrechner ersetzen Sie die Beispielwerte durch Ihre eigenen Zahlen. Der Rechenweg bleibt sichtbar; die Eingaben werden nicht gespeichert.
Wie empfindlich reagiert der Satz auf weniger Auslastung?
Deutlich: Sinken die verrechenbaren Stunden bei gleichen Kosten von 2.400 auf 2.000, steigt der interne Kostensatz von 60 € auf 72 €. Bei derselben Zielmarge wären dann 90 € netto je Stunde nötig.
Sie müssen den Verkaufspreis deshalb nicht laufend ändern. Die Rechnung zeigt aber, welche Auslastung Ihre Planung voraussetzt; ist sie über längere Zeit nicht erreichbar, prüfen Sie Preis, Kosten oder Organisation.
Welchen Satz übernehmen Sie in eine Angebotskalkulation?
Übernehmen Sie den internen Kostensatz, wenn die Angebotskalkulation anschließend eine Marge auf den ganzen Auftrag rechnet, im Beispiel also 60 € statt 75 €. Sonst wird der Gewinnanteil der Stunde als Kosten behandelt und ein zweites Mal mit Gewinn versehen.
Der Rechner übergibt diesen internen Wert an die Angebotskalkulation. Ergänzen Sie dort Material und auftragsbezogene Kosten, denn bei materialintensiven Aufträgen trägt der Stundenpreis allein nicht.
Wie halten Sie die Kalkulation aktuell?
Vergleichen Sie Ihre Annahmen mindestens zur Jahresplanung mit den tatsächlichen Zahlen und bei größeren Änderungen im Betrieb früher. Neue Personalkosten, Fahrzeuge oder mehr unproduktive Zeit verschieben den Kostensatz.
Sammeln Sie für den nächsten Planungsstand die tatsächlichen Jahreskosten je Kostenblock, die erfassten verrechenbaren Stunden und die wichtigsten Gründe für nicht verrechenbare Zeit. Trennen Sie einmalige Ereignisse wie einen Fahrzeugschaden von dauerhaft unterschätztem Aufwand.
Rechnen Sie danach Normalfall und vorsichtigen Fall neu durch. Beide Ergebnisse helfen, Preisgespräche und Auslastungsziele mit konkreten Annahmen zu führen.
So unterstützt CraftOS
Die Zeiterfassung liefert die Datenbasis für Ihre verrechenbaren Stunden, die Nachkalkulation zeigt Abweichungen je Auftrag. Halten Sie dabei fest, mit welchem Kostensatz ein Auftrag kalkuliert wurde, damit Sie alte Aufträge nicht mit neuen Annahmen beurteilen.
In der Web-App hinterlegen Sie unter „Einstellungen → Lohngruppen“ je Lohngruppe, etwa Geselle oder Helfer, die Lohnkosten und den Verrechnungssatz pro Stunde. Wie Sie damit einzelne Positionen kalkulieren, zeigt der Ratgeber Tiefenkalkulation.
Quellen
- Handwerkskammer Cottbus: Ermittlung Stundenverrechnungssatz (Beispielrechnung), geprüft am 23.10.2026