Die Tiefenkalkulation zerlegt eine Angebotsposition in ihre wirtschaftlichen Bestandteile. Sie sehen dadurch, wie viel Material, Arbeitszeit und weitere Kosten für eine bestimmte Menge vorgesehen sind. Das ist besonders hilfreich, wenn sich ein Einkaufspreis ändert oder die Nachkalkulation später eine Abweichung zeigt.
Wann ist eine tiefere Kalkulation sinnvoll?
Für eine bekannte Standardleistung mit stabilen Bedingungen kann eine geprüfte Vorlage genügen. Eine neue Bauweise, ein schwieriger Untergrund oder ein hoher Materialanteil verdient mehr Aufmerksamkeit. Der Aufwand sollte zur Unsicherheit und zum möglichen Verlust passen.
Verwechseln Sie die interne Rechentiefe nicht mit der Kundendarstellung. Kunden benötigen einen verständlichen Leistungsumfang und einen Preis. Ob Sie intern zehn Materialanteile und drei Lohngruppen rechnen, muss nicht in derselben Detailtiefe auf dem Angebot erscheinen.
Wie kalkulieren Sie eine Position vom Einzelwert zur Auftragssumme?
Im Musterprojekt werden 48 m² Wandfläche bearbeitet. Die intern erwarteten Gesamtkosten lauten:
| Bestandteil | Berechnung | Kosten |
|---|---|---|
| Arbeitszeit | 12 Stunden × 60 € | 720 € |
| Beschichtungsmaterial | Gemäß Mengenansatz | 350 € |
| Sonstige Auftragskosten | Einrichtung und Hilfsmittel | 130 € |
| Gesamtkosten | 720 € + 350 € + 130 € | 1.200 € |
Die Kosten je Quadratmeter betragen 25 €. Bei einer Zielmarge von 20 % ergibt sich ein Gesamtverkaufspreis von 1.500 € netto beziehungsweise 31,25 € je Quadratmeter.
Alle Zahlen sind Beispiele. Der Materialbedarf hängt von Produkt, Untergrund und Schichtaufbau ab. Eine Rechenvorlage sollte diese technischen Bedingungen nennen, damit sie nicht unbemerkt für einen ungeeigneten Auftrag verwendet wird.
Warum sind Aufschlag und Marge unterschiedlich?
Der Aufschlag bezieht den Gewinn auf die Kosten. Die Marge bezieht ihn auf den Umsatz. Bei 1.200 € Kosten und 1.500 € Verkaufspreis beträgt der Gewinn 300 €. Das sind 25 % der Kosten und 20 % des Umsatzes.
Diese Unterscheidung wird beim Nachlass sichtbar. Gewähren Sie auf 1.500 € einen Rabatt von 10 %, bleiben 1.350 € Umsatz und 150 € Gewinn. Die Umsatzmarge sinkt auf rund 11,11 %. Der Rabatt halbiert in diesem Beispiel den Gewinn.
Nutzen Sie den Angebots- und Margenrechner, um einen vorhandenen Angebotspreis zu prüfen. So erkennen Sie auch negative Ergebnisse, statt sie hinter einem vermeintlich ausreichenden Aufschlag zu verstecken.
Welche Doppelzählungen sollten Sie vermeiden?
Ein interner Stundensatz kann bereits Gemeinkosten enthalten. Wenn Sie dieselben Kosten zusätzlich noch einmal als Gemeinkostenzuschlag auf die gesamte Position legen, überschätzen Sie die Kostenbasis. Umgekehrt fehlen Kosten, wenn Sie nur den Bruttolohn des Mitarbeiters verwenden und betriebliche Nebenkosten vollständig auslassen.
Dokumentieren Sie, was der verwendete Kostensatz enthält. Der Stundensatzratgeber erklärt eine einfache Gesamtkostenmethode. Ein externer Verkaufssatz einschließlich Gewinn gehört nicht unverändert als interner Kostensatz in eine Kalkulation, die anschließend erneut Gewinn aufschlägt.
Wie nutzen Sie das in CraftOS?
Öffnen Sie im Angebotseditor die betreffende Position und ihre Kalkulation. Ordnen Sie Material und Lohn passend zur Leistung zu. Prüfen Sie Einheiten, Bezugsmenge und die übernommenen Einstellungen. Die Hilfe zur Positionskalkulation beschreibt die überprüften Bedienpunkte.
Bei Vorlagenänderungen ist besondere Aufmerksamkeit nötig: Ein aktualisierter Materialpreis und eine abweichende Mengeneinheit können die Gesamtsumme unterschiedlich beeinflussen. Kontrollieren Sie daher zunächst eine Position vollständig, bevor Sie viele ähnliche Positionen übernehmen.
Was bringt die spätere Nachkalkulation?
Wenn tatsächlich 15 statt 12 Stunden benötigt wurden, entstehen bei 60 € internem Kostensatz 180 € Mehrkosten. Bleiben Material und Verkaufspreis gleich, sinkt der Gewinn von 300 € auf 120 €. Diese Information zeigt präziser als ein Gesamtgefühl, wo der Auftrag vom Plan abwich.
Klären Sie anschließend die Ursache: unrealistischer Zeitansatz, veränderter Umfang, Wartezeit oder eine nicht berechnete Zusatzleistung. Aktualisieren Sie Vorlagen erst, wenn der Grund verstanden ist. Die Nachkalkulation wird damit zur Grundlage besserer Angebote und nicht nur zur rückblickenden Kontrolle.
Wie prüfen Sie eine Preisänderung vor dem Versand?
Ändern Sie probeweise genau einen Einflussfaktor und beobachten Sie den Rechenweg. Steigt im Beispiel der Materialaufwand von 350 € auf 400 €, wachsen die Selbstkosten auf 1.250 €. Bei unveränderter Zielmarge von 20 % wären 1.562,50 € netto erforderlich.
Bleibt der Angebotspreis dagegen bei 1.500 €, sinkt der Gewinn auf 250 € und die Umsatzmarge auf rund 16,67 %. Diese Gegenüberstellung hilft bei einer bewussten Entscheidung: Preis anpassen, Ausführung verändern oder geringere Marge akzeptieren. Dokumentieren Sie die gewählte Annahme, damit später nachvollziehbar bleibt, warum der Auftrag so kalkuliert wurde.