Angebote & Kalkulation
Handwerkerangebot erstellen: Leistungen, Annahmen und Preis verständlich machen
Ein gutes Handwerkerangebot beschreibt die Leistung in verständlichen Positionen mit überprüfbaren Mengen, nennt die Annahmen hinter dem Preis und trennt optionale Leistungen sichtbar von der Auftragssumme. So hat der Kunde eine klare Entscheidungsgrundlage und Ihr Team eine ausführbare Aufgabe.
- Web-App
- Mobile-App
Inhalt dieses Artikels
Welche Informationen gehören vor die erste Preiszahl?
Vor dem Preis stehen Ansprechpartner, Rechnungsempfänger und Ausführungsort sowie der gewünschte Zustand, der vorhandene Untergrund, die Zugänglichkeit und der Arbeitsumfang. Halten Sie diese Punkte bei der Besichtigung fest; Fotos ergänzen Maße und Beschreibung.
Für das Musterprojekt Wohnung Lindenstraße zählt zum Beispiel, ob Möbel im Raum stehen, welche Flächen beschichtet werden und wer abdeckt. Ein Preis für einen leeren Raum lässt sich nicht ohne Weiteres auf einen bewohnten Raum übertragen.
Wie gliedern Sie Positionen sinnvoll?
Bündeln Sie Leistungen so, dass Kunden sie nachvollziehen und Mitarbeiter sie ausführen können, und verwenden Sie für gleichartige Positionen gleiche Einheiten. Ein Quadratmeterpreis braucht eine überprüfbare Fläche, eine Pauschale einen eindeutig beschriebenen Umfang.
| Position | Grundlage | Was noch geklärt werden muss |
|---|---|---|
| Wandflächen vorbereiten | 48 m² aus Aufmaß | Zustand vorhandener Beschichtung. |
| Zweimaliger Anstrich | Vereinbarter Farbton | Produkt und gewünschte Oberfläche. |
| Türrahmen bearbeiten | Zwei Stück | Umfang der Vorarbeiten. |
| Baustelle einrichten | Beschriebene Pauschale | Zugänglichkeit und Abstellfläche. |
Schreiben Sie nicht jede interne Kleinigkeit als eigene Position. Ist das Abdecken bereits Teil einer Leistungsbeschreibung, erscheint es nicht ein zweites Mal als Zusatz.
Wie entsteht ein nachvollziehbarer Preis?
Der Preis entsteht aus den Selbstkosten plus einer Zielmarge auf den Verkaufspreis. Im Beispiel kosten 12 Arbeitsstunden zu einem internen Satz von 60 € zusammen 720 €; mit 350 € Material und 130 € weiteren Auftragskosten betragen die Selbstkosten 1.200 €.
Eine Zielmarge von 20 % führt zu 1.500 € netto: 1.200 € geteilt durch 0,8. Ein bloßer Aufschlag von 20 % ergäbe dagegen 1.440 € und damit eine niedrigere Marge. Mit dem Angebotsrechner können Sie beide Größen unterscheiden.
Die Kalkulation begründet Ihre Preisuntergrenze; den Marktpreis bestimmen zusätzlich Umfang, Ausführungsrisiken und Wettbewerb. Risiken machen Sie mit klaren Annahmen und Nachtragsregeln sichtbar statt mit einer unkommentierten Pauschale.
Wie gehen Sie mit Ungewissheit um?
Markieren Sie Punkte, die bei der Besichtigung nicht geprüft werden konnten, und beschreiben Sie, wann die Entscheidung fällt. Ein konkreter Vorbehalt zum Untergrund nach dem Entfernen der Altbeschichtung ist klarer als ein pauschaler Vorbehalt für alle Arbeiten.
Optionale Leistungen trennen Sie erkennbar von der Auftragssumme. Der Kunde sollte verstehen, ob er eine Alternative auswählt oder eine Zusatzleistung beauftragt. Prüfen Sie deshalb vor dem Versand die Dokumentvorschau und nicht nur die Bearbeitungsansicht.
So unterstützt CraftOS
In der Web-App beginnen Sie unter „Dokumente“ mit „Neues Dokument“ und wählen ein Angebot. Ordnen Sie Kunde und Projekt zu und erfassen Sie die Positionen; die Anleitung zum Angebotsentwurf erklärt den Einstieg.
Eigene Leistungen und Artikel pflegen Sie unter „Stammdaten“. Importierte DATANORM-Kataloge Ihres Großhändlers stehen in der Positionssuche des Editors bereit; wie Sie einen Katalog einlesen, zeigt DATANORM-Katalog importieren.
Schreibt ein Auftraggeber aus, lesen Sie das Leistungsverzeichnis als GAEB-Datei im Format X83 ein und prüfen die Positionen in der Vorschau. Für die Kalkulation einzelner Positionen hilft die Tiefenkalkulation.
Zum Versand wählen Sie „Senden“. Der Kunde erhält das Angebot als PDF-Anhang und „Einen persönlichen Link zum Online-Unterschreiben (30 Tage gültig, am Handy auch per QR-Code)“. Vor Ort unterschreibt er alternativ in der Mobile-App über die Projektkachel „Unterschrift“.
Den Stand sehen Sie danach in der Angebotsansicht unter „Online-Unterschrift“, etwa „Digital unterschrieben“ oder „Abgelehnt“. Ändern Sie das Angebot, schicken Sie mit „Neue Fassung senden“ die aktuelle Version; die Schritte zeigt Angebot online unterschreiben lassen.
Welche Abschlussprüfung verhindert spätere Diskussionen?
Lesen Sie das Angebot wie eine Person, die bei der Besichtigung nicht dabei war. Prüfen Sie dann interne Kalkulation und sichtbaren Preis gegeneinander.
- Prüfen Sie, ob Räume, Bauteile, Mengen und Ausführung verständlich beschrieben sind.
- Gleichen Sie die Annahmen mit dem Gespräch beim Kunden ab.
- Kennzeichnen Sie Zusatzleistungen und Alternativen eindeutig.
- Suchen Sie Positionen mit Menge null oder veraltetem Materialpreis.
- Nennen Sie, welche Rückmeldung Sie vom Kunden erwarten.
Die Angebotsfunktion verbindet diese Prüfungen mit dem späteren Projekt- und Rechnungsablauf.
Wie vergleichen Sie zwei Angebotsvarianten?
Stellen Sie Varianten auf derselben Mengenbasis gegenüber und benennen Sie genau den Unterschied, etwa ein hochwertigeres Material, und seine Wirkung auf den Preis. Ändern Sie nicht gleichzeitig unbemerkt Menge, Vorarbeit und Ausführungsumfang.
Für den Musterraum enthalten beide Varianten dieselben 48 m², aber unterschiedliche Beschichtungssysteme. So sieht der Kunde, welche Entscheidung er trifft.
Dokumentieren Sie anschließend die gewählte Variante im Auftrag und in der Arbeitsanweisung. Dann arbeitet das Team nach derselben Ausführung, die das Büro abrechnet.