Angebote & Kalkulation
Aufmaß ins Angebot übernehmen: Mengen, Einheiten und Abzüge richtig prüfen
Ordnen Sie jeder Angebotsposition genau die Bezugsgröße aus dem Aufmaß zu, die zur Leistung passt: Bodenfläche, Wandfläche, Länge oder Stück. Prüfen Sie Abzüge für Öffnungen gesondert nach der vereinbarten Leistung, denn richtige Raummaße ergeben nicht von selbst die richtige Abrechnungsmenge.
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Inhalt dieses Artikels
Was sollten Sie vor Ort erfassen?
Erfassen Sie je Raum einen verständlichen Namen, Länge, Breite und Höhe in einer einheitlichen Maßeinheit sowie Öffnungen und Sonderflächen. Notieren Sie außerdem Besonderheiten, die den Arbeitsumfang beeinflussen.
Benennen Sie Räume so, dass auch das Büro sie zuordnen kann, etwa Wohnzimmer Erdgeschoss. Bei unregelmäßigen Räumen teilen Sie die Geometrie nachvollziehbar auf, statt einen groben Rechteckwert ohne Kennzeichnung zu verwenden.
Ein Foto zeigt Zustand und Lage einer Öffnung; die Maße ergänzt es. Halten Sie bei der Besichtigung Fotos, Sprachnotizen und Notizen fest, bevor Sie messen, dann haben Sie beim Kalkulieren beides zusammen.
Wie unterscheiden sich Bodenfläche und Wandfläche?
Die Bodenfläche ist Länge mal Breite, die Wandfläche ist Umfang mal Raumhöhe abzüglich der Öffnungen. Für einen rechteckigen Raum mit 5 m Länge, 4 m Breite und 2,8 m Höhe ergibt sich:
| Größe | Berechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Bodenfläche | 5 m × 4 m | 20 m² |
| Umfang | 2 × (5 m + 4 m) | 18 m |
| Wandfläche ohne Öffnungen | 18 m × 2,8 m | 50,4 m² |
| Beispielöffnung | 1 m × 2,4 m | 2,4 m² |
| Geometrische Restfläche | 50,4 m² − 2,4 m² | 48 m² |
Die 20 m² Bodenfläche und die 48 m² Wandrestfläche dürfen nicht vertauscht werden. Sonst landet eine sauber berechnete Zahl in der falschen Position.
Das Beispiel beschreibt reine Geometrie. Ob eine Öffnung für die Abrechnung abzuziehen ist, regeln die vereinbarte Leistung und die anwendbaren Abrechnungsregeln; prüfen Sie diese Grundlage gesondert.
Welche Menge gehört in welche Position?
Jede Leistung braucht ihre eigene Bezugsgröße: Boden verlegen die Bodenfläche, Sockelleisten eine Länge, eine Wandbeschichtung die passende Wandfläche, Türen oder Einbauten eine Stückzahl. Halten Sie diese Zuordnung direkt im Angebot fest.
Erhalten mehrere Räume dieselbe Leistung, sollte erkennbar bleiben, wie die Gesamtmenge zustande kommt. Eine Summe ohne Raumbezug ist schwer nachzuprüfen, wenn der Kunde später einen Raum aus dem Auftrag nimmt.
So unterstützt CraftOS
In der Mobile-App erfassen Sie Räume direkt auf der Baustelle über die Projektkachel „Aufmaß“ („Räume vermessen“). Für die Vorbereitung eines Angebots gibt es außerdem die Kachel „Besichtigung“ mit Fotos, Sprachnotizen und Notizen; die Anleitung Besichtigung durchführen zeigt den Ablauf.
In der Web-App finden Sie die Raumdaten im Projekt unter „Aufmaß & Massen“. Über „Als Angebotspositionen“ öffnen Sie einen neuen Angebotsentwurf mit den erfassten Mengen und ergänzen dort Leistungen und Preise.
Prüfen Sie nach der Übernahme Einheit, Rundung und Positionspreis. Eine geänderte Raumhöhe verändert die Wandfläche, die Bodenfläche bleibt gleich. Die Hilfe zum Raumaufmaß beschreibt jeden Schritt.
Wie behandeln Sie Messunsicherheit und Änderungen?
Kennzeichnen Sie vorläufige Maße als solche und vereinbaren Sie einen Termin für die Nachmessung. Ist ein Raum bei der Besichtigung noch nicht zugänglich, darf eine Schätzung nicht unbemerkt wie ein gemessener Wert weiterverarbeitet werden.
Ändert sich der Umfang, bewahren Sie den Zusammenhang zwischen ursprünglicher Menge und neuer Messung. Ein Nachtrag zeigt, welche zusätzliche Fläche oder Leistung dazugekommen ist. Ändern Sie eine vereinbarte Angebotsmenge nur nach Abstimmung mit dem Kunden.
Welche Kontrollroutine hilft auf der Baustelle?
Vergleichen Sie nach der Erfassung drei Werte: die gemessene Geometrie, die verwendete Angebotsmenge und die tatsächlich ausgeführte Menge. Sie dürfen begründet voneinander abweichen, müssen aber erklärbar bleiben.
Lassen Sie eine zweite Person ungewöhnlich große oder kleine Flächen prüfen. Häufige Ursachen sind Zentimeter statt Meter, vertauschte Höhe und Breite oder ein doppelt erfasster Raum.
Die Aufmaßfunktion macht die Herkunft einer Menge sichtbar; die Angebotsfunktion verbindet sie mit der zu kalkulierenden Leistung.
Welche Prüfung verhindert einen falsch übernommenen Raum?
Vergleichen Sie direkt nach der Übernahme Raumname, Flächenart und Menge. Schlägt der Entwurf Boden, Wand und Decke als eigene Positionen vor, entfernen Sie die nicht benötigten und kalkulieren nur den vereinbarten Umfang.
Bei der Übernahme hat eine gepflegte Netto-Wandfläche Vorrang vor der Brutto-Wandfläche. Halten Sie diesen Wert deshalb aktuell, damit nach einer neuen Bruttoangabe keine veraltete Nettofläche weiterverwendet wird.
Prüfen Sie die übernommenen Mengen auf zwei Nachkommastellen. Kontrollieren Sie auch, ob der Positionstext schon eine echte Leistung beschreibt oder zunächst nur die Herkunft der Fläche nennt.